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Rastplatz Luchs: Lernende und Holzakteure setzen starkes Zeichen

Über 40 Vertreterinnen und Vertreter aus der Wald- und Holzwirtschaft, Politik und Partnerorganisationen trafen sich am Mittwoch zum Holzakteurtreffen der Lignum Holzwirtschaft Zentralschweiz (LHZ) im Natur- und Tierpark Goldau. Die Teilnehmenden erlebten ein abwechslungsreiches Programm, das eindrucksvoll zeigte, wie stark die Holzkette im Kanton Schwyz verankert ist – wirtschaftlich, ökologisch und gesellschaftlich.

Zum Auftakt im Eingangsbereich des Tierparks begrüsste Ferdi Schmidlin, Leiter der Regionalgruppe Schwyz, die Gäste. Das Holzakteurtreffen sei eine besondere Gelegenheit, den Dialog zwischen der Wald- und Holzkette und der Politik zu fördern. Gemeinsam wolle man die Bedeutung der Branche sichtbar machen und neue Impulse für die Zukunft setzen. Schmidlin erinnerte daran, dass die Holzkette im Kanton Schwyz ein wichtiger Wirtschaftszweig mit hoher regionaler Wertschöpfung sei.

Architekt Ivan Marty berichtete in sehr spannender Art und Weise von der Umsetzung der drei Neubauten, den architektonischen Hintergründen und dem Mehrwert, der mit diesem neuen Auftritt geschaffen werden konnte. Erfreulicherweise hob er den Einsatz von Schweizer Holz als einen zentralen Aspekt der Umsetzung hervor.

Drei Labels Schweizer Holz übergeben
Im Anschluss übergab Alex Bennet, Geschäftsführer der LHZ, drei Labels Schweizer Holz – für die Projekte Besucherhalle, Verwaltungsgebäude sowie für das benachbarte Wohnhaus der Anlage. Bennet betonte die Bedeutung von Schweizer Holz für Klimaschutz und regionale Beschäftigung: Der Einsatz von Holz aus der Schweiz stärke lokale Arbeitsplätze, sichere kurze Transportwege und leiste einen wesentlichen Beitrag zur CO₂-Reduktion.

Höhepunkt: Einweihung des neuen Rastplatzes «Luchs»
Der zentrale Programmpunkt des Abends war die Einweihung des neuen Rastplatzes «Luchs», einem Vorzeigeprojekt, das in enger Zusammenarbeit mit den Lernenden des Berufsbildungszentrums Goldau (BBZG) entstanden ist. Katrina Wenger, Direktorin des Natur- und Tierparks Goldau, zeigte sich begeistert: Der Rastplatz biete den Besucherinnen und Besuchern einen einladenden Treffpunkt und gleichzeitig Schutz vor Sonne und Regen. Sie bedankte sich herzlich bei der Regionalgruppe Schwyz für die finanzielle und ideelle Unterstützung. Joe Michel, Leiter Bau und Infrastruktur, gab unter anderem Einblick in die Projektfinanzierung und hob die breite und beeindruckende Unterstützung durch zahlreiche regionale Partner hervor. In einem symbolischen Akt durchschnitten die beiden ein rotes Band und eröffneten den Rastplatz feierlich.

99 Lernende, vier Berufe – und traditionelles Handwerk im Mittelpunkt
Ferdi Schmidlin erläuterte die Hintergründe des Projekts: Insgesamt 99 Lernende aus den Bereichen
• Zeichner/in Fachrichtung Architektur
• Maurer/in
• Zimmermann/Zimmerin
• Bäcker-Konditor-Confiseur/in (für den Eröffnungsanlass)
arbeiteten gemeinsam am Unterstand und eröffneten ihn Ende September mit einem feierlichen Apéro. Besonders hervorgehoben wurde die Leistung der angehenden Zimmerleute, die den Abbund im Herbst traditionell von Hand ausführten – mit klassischen Holzverbindungen und ausschliesslich Massivholz. Das Projekt zeige beispielhaft, wie praxisorientiert und wertstiftend Berufsbildung in der Holzwirtschaft ist.


Wie es zur Unterstützung durch die LHZ kam
Beim Übergang von ProHolz Schwyz zur Lignum Holzwirtschaft Zentralschweiz blieb ein Betrag übrig, der gezielt im Kanton Schwyz eingesetzt werden sollte. Die Regionalgruppe Schwyz entwickelte daraus die Idee, gemeinsam mit den Lernenden des Berufsbildungszentrums Goldau ein praxisnahes Projekt im Tierpark Goldau umzusetzen. Im Herbst 2023 nahmen die Verantwortlichen Kontakt zu Joe Michel vom Tierpark und René Beeler vom BBZG auf, die sofort interessiert waren. Anfang 2024 wurde die Idee für den Rastplatz «Luchs» konkretisiert. Nach Klärung der Anforderungen starteten die Zeichnerinnen und Zeichner im Herbst mit einem Projektwettbewerb: Fünf kreative Vorschläge wurden eingereicht, aus denen am 25. November das Siegerprojekt ausgewählt wurde. Im Frühling 2025 bearbeiteten die angehenden Zimmerleute und Zeichner das Projekt im Unterricht weiter. Ab Juni begann die Umsetzung auf der Baustelle, zunächst mit dem Fundament, ab September folgte der traditionelle Abbund – von Hand gefertigt, mit klassischen Holzverbindungen und ausschliesslich Massivholz. So entstand ein Rastplatz, der traditionelles Handwerk, praxisnahe Berufsbildung und nachhaltige Holznutzung vereint.

Das ist der Schwyzer Wald
Ein langer Tross verschob sich anschliessend vom Rastplatz Luchs in Richtung Grüne Gans, wo Esther Lagler, Leiterin Fachbereich Wald vom Amt für Wald und Natur Schwyz, über den Schwyzer Wald informierte. Sie erklärte, aus welchen Baumarten er besteht, auf welchen Flächen er sich erstreckt, wem der Wald gehört, wie viel geerntet wird und welche Holzarten dabei genutzt werden. Damit rundete sie den Abend mit wertvollen Einblicken in die regionale Waldwirtschaft ab.

Beim abschliessenden Apéro bot sich den Teilnehmenden die Gelegenheit zu angeregten Gesprächen, zum Erfahrungsaustausch und zur Vernetzung. So endete das Holzakteurtreffen in Goldau mit wertvollen Impulsen für die Zukunft der regionalen Holzwirtschaft und einem gestärkten Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Branche.



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