Kreislauffähiges Bauen basiert auf Teamwork
Üblicherweise werden beim Label Schweizer Holz langlebige Bauwerke wie Wohnhäuser, Hallen oder Schulgebäude ausgezeichnet. Gebäude, deren Einsatzzeit nicht selten Generationen überdauert. Nicht so beim Projekt Circular Time Lab. Hier ist vieles anders: temporär, experimentell und vor allem kollaborativ. In Anwesenheit von Regierungsrat Fabian Peter und der Luzerner Baudirektorin Korintha Bärtsch konnte Geschäftsführer Alex Bennet den Projektverantwortlichen das Label Schweizer übergeben.Das dreijährige Design-Build-Projekt Circular Time Lab startete im Frühlingssemester 2025. Verantwortlich für die Umsetzung sind das Kompetenzzentrum Typologie & Planung in Architektur sowie der Bachelorstudiengang Architektur der Hochschule Luzern. Speziell am Projekt ist die enge Zusammenarbeit zwischen Architekturstudierenden im zweiten Semester und Lernenden aus regionalen Holzbaubetrieben. Gemeinsam entwickeln und erproben sie kreislauffähiges Bauen – und machen es gleichzeitig für die Öffentlichkeit sichtbar und erlebbar.
Natürlich Schweizer Holz
Kreislauffähigkeit beginnt bei regionalen Ressourcen: lokal ernten, vor Ort verbauen – und später wieder demontieren, um die Materialien weiterzuverwenden. Im Projekt der Hochschule Luzern wurde dieser Grundsatz konsequent umgesetzt. Bereits zu Beginn war klar, wann die temporären Bauten wieder rückgebaut werden und was mit dem Material geschieht. Der nächste Jahrgang übernimmt das vorhandene Holz, geht erneut in die Entwurfsphase – und setzt es neu ein. Wieder werden Lernende und Studierende im selben Boot sitzen und voneinander lernen.
Für die drei entstandenen Strukturen wurden insgesamt 8.74 m³ zertifiziertes Schweizer Holz verwendet: Zwei davon stehen auf dem Inseli in Luzern (Re.Frame und Pilanseli), eine weitere auf dem Viscosiareal in Emmenbrücke. Das verwendete Holz wächst in den Schweizer Wäldern innerhalb von nur 25.5 Sekunden nach. Laut Berechnungen des CO₂-Instituts speichern die temporären Bauten rund 6 Tonnen CO₂ – das entspricht dem durchschnittlichen Jahresausstoss von 1.3 Personen in der Schweiz.
Unterstützung aus der Branche
Dass die Branche hinter dem Projekt steht, zeigt sich deutlich: Mehrere regionale Betriebe lieferten Holz nach Horw und unterstützten aktiv die Realisierung der Bauten. Auch Lehrbetriebe beteiligten sich, indem sie Lernende für das Projekt freistellten. Eine tragende Rolle spielte dabei die schaerholzbau AG mit Beat Roos als engagiertem Berufsbildner und Leiter des Praxisteams.
Warum Circular Time Lab?
Die Zusammenarbeit zwischen Lernenden und Studierenden war für beide Seiten ein grosser Gewinn. Die Lernenden stiegen frühzeitig in den Projektprozess ein und gaben ihr praktisches Wissen weiter. Die Studierenden entwickelten in Gruppen realisierbare Entwürfe – und mussten sich auf einen gemeinsamen Nenner einigen.
Warum Schweizer Holz?
Geschäftsführer Alex Bennet betonte die Bedeutung des Baustoffs:
• Regionale Arbeitsplätze werden gesichert
• Junge Menschen werden in zukunftsfähigen Berufen ausgebildet
• Der Rohstoff muss nicht über weite Distanzen transportiert werden – das reduziert graue Energie
• Die Holzbauweise fördert eine umweltschonende Bewirtschaftung der Schweizer Wälder
• Und nicht zuletzt: Holz wächst nach – und das allein mit Sonnenenergie
Politische Wertschätzung
Das Projekt fand auch auf politischer Ebene Beachtung. Regierungsrat Fabian Peter überbrachte seine Grussworte persönlich auf dem Inseli, ebenso wie Stadträtin Korintha Bärtsch. Beide setzten damit ein starkes Zeichen für die Bedeutung des Projekts.
Beim anschliessenden Apéro wurden die vielfältigen Möglichkeiten des kreislauffähigen Bauens lebhaft diskutiert – und natürlich die Arbeiten der Studierenden und Lernenden gebührend gewürdigt.
Weitere Bilder und Informationen zum Projekt gibt es auf dem Hub der HSLU
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