Wein und Holz - ein starkes Zusammenspiel
Es gibt Orte, die man nicht nur besucht, sondern erlebt. Das Weingut Kaiserspan in Hitzkirch ist so ein Ort. Herzlich empfangen von Edith Mächler-Britschgi, Andreas Bachmann und Tochter Sarah Mächler wird schnell klar: Hier geht es um mehr als Wein. Es geht um Menschen, um Leidenschaft, um gelebte Gastfreundschaft. Mitten in dieser einzigartigen Atmosphäre wurde das neue Betriebsgebäude am 5. Mai 2026 mit dem Label Schweizer Holz ausgezeichnet.Mit dem neuen Betriebsgebäude ist auf dem Kaiserspan bereits das vierte Kelterungsgebäude seit der Entstehung des Gutes realisiert worden. Und es folgt einer klaren Vision: alles an einem Ort. Verarbeitung, Lagerung und Administration sind nun vereint. Ergänzt wird das Ensemble durch einen einladenden Degustations- und Verkaufsbereich sowie einen Eventraum mit eindrücklicher Sicht auf den Baldeggersee – ein Ort für Genuss, Austausch und Begegnung. Ein Detail zieht sich wie ein roter Faden durch den Neubau: das grosszügige Vordach. Für Andreas Bachmann ein Herzenswunsch. Es bietet Schutz und Funktionalität zugleich – etwa um gelesene Trauben bei schlechtem Wetter zwischenzulagern, wenn sie nicht unmittelbar weiterverarbeitet werden können.
Holz aus Überzeugung
Der Entscheid für Schweizer Holz war kein Zufall – sondern eine bewusste Haltung. Auf das Label Schweizer Holz und die Möglichkeit, konsequent mit regionalem Holz zu bauen, wurde die Bauherrschaft durch die Erni Holzbau AG aufmerksam gemacht. Für die Betreiberfamilie war sofort klar: Wer mit regionalen Trauben arbeitet und Wertschöpfung vor Ort lebt, soll diesen Weg auch beim Bauen konsequent weitergehen. Insgesamt wurden 98.7 m³ Schweizer Holz verbaut. Eine Menge, die im Schweizer Wald in nur 4.8 Minuten nachwächst. Gleichzeitig sind darin 72 Tonnen CO₂ gespeichert, langfristig gebunden und der Atmosphäre entzogen. Auch die Herkunft des Holzes ist greifbar: Die Dahinden Sägewerk AG aus Hellbühl bezieht ihr Holz aus einem Umkreis von rund 30 Kilometern, vieles davon aus dem Entlebuch. Regionalität wird hier nicht erklärt – sondern gelebt.
Ein Betrieb mit Geschichte und Zukunft
Das Weingut Kaiserspan blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück: vom kaiserlichen Banngebiet zum lebendigen Weingut. Heute umfasst der Betrieb rund 15 Hektaren – aufgeteilt in Reben, Landwirtschaft und Wald. Mit rund 70’000 Flaschen jährlich ist es der grösste Weinbaubetrieb der Zentralschweiz, der sich vollumfänglich in Privatbesitz befindet. Ein Betrieb, der für Qualität, Innovationskraft und einen respektvollen Umgang mit der Natur und der Kundschaft steht. Diese Haltung lebt weiter: Sarah Mächler, die nächste Generation, befindet sich in der Winzerausbildung und gestaltet die Zukunft des Seetaler Weinguts aktiv mit.
Labelübergabe und gelebte Wertschöpfung
Alex Bennet, Geschäftsführer der Lignum Holzwirtschaft Zentralschweiz, konnte der Bauherrschaft im Rahmen einer «Label-Feier» das verdiente Label Schweizer Holz überreichen. Er würdigte dabei den konsequenten Entscheid für Schweizer Holz und dankte der Bauherrschaft für das klare Bekenntnis zu regionaler Wertschöpfung und nachhaltigem Bauen. Ebenso sprach er den beteiligten Unternehmen seinen Dank aus: der Erni Holzbau AG aus Schongau als ausführender Holzbauer sowie der Dahinden Sägewerk AG aus Hellbühl, der Hüsser Holzleimbau AG aus Bremgarten, der Kuratle & Jaecker AG aus Leibstadt und der Schilliger Holz AG aus Küssnacht am Rigi für die Lieferung des gelabelten Schweizer Holzes. Das Projekt zeigt eindrücklich, wie die Schweizer Wertschöpfungskette Holz funktioniert – vom nachhaltig bewirtschafteten Wald über Sägerei und Holzverarbeitung bis hin zum präzisen Holzbau. Ein Zusammenspiel vieler Partner, das hier auf dem Kaiserspan sichtbar, spürbar und erfolgreich umgesetzt wurde.
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