Eine Zukunft mit grünen Platten
Es war nach 2023 das zweite Mal, dass die Lignum Holzwirtschaft Zentralschweiz (LHZ) gemeinsam mit der SWISS KRONO AG an deren Firmensitz in Menznau zu einem Abend des Wissenstransfers eingeladen hat. Im Zentrum dabei standen aktuelle Element- und Plattensysteme, die sich sowohl für den Innen- wie auch für den Aussenbereich eignen. Das Wissen floss, so viel darf man vorwegnehmen.Schreiner, Holzbauer, Holzhändler und weitere Interessierte fanden den Weg nach Menznau. Sie alle liessen sich vom vermittelten Wissen der drei Referenten begeistern, was sich in den angeregten Diskussionen im Anschluss an die Veranstaltung zeigte. Doch der Reihe nach: Den Anfang machte Tobias König vom Gastgeberbetrieb SWISS KRONO AG. Er berichtete von den Forschungsarbeiten, die zu Gunsten von neuen Perspektiven für Holzwerkstoffe im Aussenbereich in Menznau verrichtet werden. Es sollen Grenzen überwunden werden, damit Spanplattensysteme dereinst auch im Aussenbereich zur Selbstverständlichkeit werden. Dass das Forscherteam damit auf gutem Weg ist, beweisen zahlreiche Referenzen von erfolgreichem Einsatz in Aussenzonen von Gebäulichkeiten wie zum Beispiel Fassaden, Sichtschutz oder Terrassenböden. Die verarbeitenden Holzbauer attestieren dem Material dabei eine sehr gute Verarbeitbarkeit. Die Forschungsarbeiten in Menznau gehen weiter. Die Produkte sollen dereinst in Bezug auf Verwitterung, Verschmutzung und Verformung vollumfänglich resistent werden – und um das zu erreichen, ist man für mögliche Referenzobjekte oder Testflächen sehr dankbar.
Ressourcen werden knapp
Es übernahm Markus Fuhrer, der CEO von Balteschwiler AG. Um auf sein Thema - «Magnum Board – die intelligente Lösung für materialeffizientes Bauen» - einzustimmen, umriss er zu Beginn seiner Ausführungen die aktuellen klimatischen Bedingungen im Wald und die Auswirkungen auf das zukünftige Fehlen gewisser traditioneller Baumarten. Auch erwähnte er die Entwicklung von Holz als Energieträger. In Kombination mit immer grösseren Holzbauprojekten liegt es auf der Hand, dass der Rohstoff irgendwann knapp wird. Damit sind innovative Lösungen gefragt. Und so eine ist das Magnum Board. In ihm werden 96 % Durchforstungsholz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern plus 4 % formaldehydfreie Bindemittel eingesetzt und machen das Board zu einer 100 % lebensmittelechten Platte, die gleichwohl gesund wie auch ressourcensparend realisiert wird. Man spürte bei Fuhrers Referat: Es wird auch hier nach optimalen Lösungen gesucht, welche die vorhandenen Ressourcen mit der Nutzungsvielfalt in Einklang bringen. Die Möglichkeiten sind noch lange nicht ausgeschöpft.
Ein Abstecher in die Praxis
Als Letzter in der Reihe der Referenten übernahm Markus Kaufmann, Geschäftsführer der Schreinerei Kaufmann AG in Altishofen. Sein Referat rückte eine «grüne Spanplatte» ins Zentrum: BE.YOND – die umweltfreundliche Spanplatte sorgt für gesunde Wohnräume. Erstmals in Kontakt mit dieser ‚grünen‘ Platte kam Kaufmann beim allseits bekannten Objekt ‚Haus des Holzes‘ in Sursee. Die nachhaltigen und ökologischen Anforderungen für dieses Projekt waren hoch, und so waren formaldehydfreie Produkte für den Innenbereich gefragt. Kaufmann hat mit seinem Team Küchen, Schränke und Türen realisiert, und das Fazit des Schreiners: «Wir hatten bei der Verarbeitung des Materials weniger chemische Belastung zu bewältigen, es herrschte eine merklich angenehmere Luftqualität in unseren Werkräumen, und das Produkt verfügt über hervorragende mechanische Eigenschaften.» Es verwundert darum nicht, dass Markus Kaufmann in seinem Schlusswort dafür gevotet hat, diese ‚grüne‘ Platte solle künftig standardmässig zum Einsatz kommen.
Die abschliessenden Diskussionen zeigten das grosse Interesse an der Thematik. Es wurden interessante Fragen gestellt und gemeinsam potenzielle Lösungen diskutiert. Beim gemeinsamen Apéro im Anschluss – Traditionsmenü Ghackets mit Hörnli – wurden die Varianten weiter durchgespielt, und man darf gespannt sein, was in Zukunft von den Häusern SWISS KRONO AG, Balteschwiler AG und Schreiner Kaufmann AG hinsichtlich moderner Plattensysteme noch vernommen werden kann.
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