Der Wald hat es mehr als verdient
Bereits zum fünften Mal lud die Lignum Holzwirtschaft Zentralschweiz Vertreter aus der Politik, Wald- und Holzbranche über den Mittag zu einem Holz-Politik-Apéro ein. Die Zeit wurde von der Veranstalterin dafür genützt, die Anliegen der Wald- und Holzbranche zu veranschaulichen und den Dialog mit den interessierten Teilnehmenden aufzunehmen. Ein durch und durch gelungener Anlass.In den Wald eintauchen; das war in der Mittagspause der Mai-Session für die Luzerner Parlamentarier und Parlamentarierinnen angesagt. Im Lichthof des Regierungsgebäudes hatten sich die Vertreter der Lignum Holzwirtschaft Zentralschweiz (LHZ) dafür vorbereitet, Wissenswertes aus dem Luzerner Wald und von der Luzerner Holzbranche zu vermitteln. Während die Gäste den Ausführungen der Referenten lauschten, konnten sie sich am Buffet mit regionalen Spezialitäten verpflegen.
Waldbesitzer ernten oftmals Unverständnis
Begrüsst wurden die Politikerinnen und Politiker von der Geschäftsführerin Melanie Brunner. Sie gab ihrer Freude über die positive Resonanz auf die Veranstaltung Ausdruck und hiess rund 80 Personen willkommen.
Pius Renggli bot den Teilnehmenden einen Einblick ins Schaffen der Lignum Holzwirtschaft Zentralschweiz, und im Speziellen der Regionalgruppe Luzern, deren Vorsitz er innehat. Er verdeutlichte in seinen Ausführungen die Wichtigkeit der Wald- und Holzbranche und bezog sich dabei auf Fakten aus dem in diesem Jahr durch die Hochschule Luzern aktualisierten Branchenspiegel. Daraus ist unschwer erkennbar, welch bedeutenden Wirtschaftszweig die „Hölzigen“ im Kanton ausmachen.
Renggli griff zudem ein sehr aktuelles Thema auf: die Schwierigkeiten, mit denen der Wald und die Waldeigentümer aktuell – und im Besonderen seit Corona – vermehrt zu kämpfen haben: Der Wald leistet in seinen vielschichtigen Rollen als Versorger, Regulator und Kulturanbieter einen unmessbaren Wert für uns Menschen. Jedoch ernten Waldbesitzer und Forstwarte immer weniger Verständnis gegenüber der Waldpflege und der Holznutzung.
NRP-Projekt hat gestartet
Diesem Votum schloss sich der nächste Referent, Pirmin Jung, Präsident der LHZ, an. Er sprach über die Herausforderungen und Chancen der Zentralschweizer Holzbranche. Er kommunizierte klar und direkt, dass die Waldwirtschaft aktuell nicht rentiert, und die Leistungen, welche von Waldbesitzern und Forstleuten für die Gesellschaft vorgenommen werden, kaum abgegolten werden. Dabei bietet sich der Wald im Gegenzug dazu als wunderbarer Erholungsraum an und ist für jeden betretbar; der Wald stellt sich als Sauerstofflieferant und CO2-Speicherer zur Verfügung, er bietet Schutz und noch so vieles mehr.
Jung stellte zudem das gestartete NRP-Projekt «Für eine starke, nachhaltige und stabile Zentralschweizer Wald- und Holzwirtschaft» vor. Das Ziel dabei ist, das Waldholzpotenzial zu kennen und abzuschöpfen. Ebenfalls soll sichtbar werden, wo Investitionen geplant sind, und wo derzeit noch Lücken existieren.
In einigen Anschauungsbeispielen zeigte er die gewünschten Resultate, die dem NRP-Projekt dereinst entspringen sollen. So z. B. die Rohstoffsicherheit für die holzverarbeitende Industrie, die langfristig gestärkt werden soll. Oder als weiteres Beispiel die verbesserte Kaskadennutzung und langfristige stoffliche Verwendung, die das Klima nachhaltig entlasten. Das Projekt wird zu spannenden Kontakten mit der Politik führen, wie Jung in seinen Ausführungen in Aussicht stellte. Er liess es sich nicht nehmen, dem Kanton Luzern und dem lawa (Dienststelle für Landwirtschaft und Wald) für die zugesicherte Unterstützung zu danken.
Wie immer an den Holz-Politik-Apéros spielt auch die Prix-Lignum-Ausstellung eine nicht unwesentliche Rolle. 2024 folgte eine weitere erfolgreiche Durchführung, wovon sich die Gäste direkt ein Bild machen konnten. Mit einem Eingaberekord von 583 Projekten in den Kategorien Holzbauten und Schreinerarbeiten geht der Prix Lignum 2024 in die Geschichte ein. Melanie Brunner nützte die Gelegenheit, aus ihrer Sicht als Projektleiterin des Prix Lignum einige Höhepunkte hervorzuheben und näher zu beleuchten.
Die verbleibende Zeit im Lichthof wurde für aktive Dialoge zwischen den Branchenvertretern und der Politik genützt.
« Zurück
