Holz trifft Politik: Im Dialog mit Luzerner Fraktionen
Wie gelingt klimafreundliches Bauen? Welche Rolle spielt regionales Holz für Wertschöpfung und Versorgungssicherheit? Und wie können Politik und Branche gemeinsam Lösungen vorantreiben? Diese Fragen standen im Zentrum des fünften Treffens der Holz-Politik-Gruppe Luzern, das gestern im neuen Firmensitz der Herzog-Elmiger AG stattfand.Vertreterinnen und Vertreter der Luzerner Parteien folgten der Einladung der Holz-Politik-Gruppe der Lignum Holzwirtschaft Zentralschweiz (LHZ) zum fünften Treffen in Obernau. Gastgeberin war die Herzog-Elmiger AG, die mit ihrem neuen Firmensitz eindrücklich zeigt, wie moderner Holzbau, effiziente Logistik und regionale Wertschöpfung zusammenspielen.
Austausch entlang der Holzkette
Regionalgruppenleiter Pius Renggli eröffnete den Anlass. Er erläuterte Sinn und Zweck des Formats «Holz-Politik-Gruppe» und stellte die Wertschöpfungskette Holz vor – vom Wald über Verarbeitung und Handel bis hin zur Planung und Realisierung von Bauten. Sein Ziel: Das Verständnis für die Zusammenhänge stärken und den Dialog zwischen Politik und Branche festigen.
Offensive Holz: Ein kantonales Projekt mit Wirkung
Michiel Fehr, Co-Leiter Waldregion Luzern beim lawa, präsentierte ein Zwischenfazit zur Offensive Holz. Mit der Offensive Holz hat der Kanton Luzern untersucht, wie der Rohstoff Holz nachhaltig und optimal genutzt werden kann. Fehr zeigte auf, welche Massnahmen seit dem Start bereits umgesetzt wurden. So zum Beispiel die Kommunikationsoffensive für den Kanton Luzern, welche zusammen mit der LHZ umgesetzt wurde. Oder als jüngstes Beispiel die kürzlich durchgeführte Zebi, an welcher zum zweiten Mal die gesamte Wald- und Holzkette an einem Stand auftrat. Die Präsentation machte deutlich, dass der Kanton Luzern die Holzthemen aktiv, strukturiert und mit hoher Bereitschaft vorantreibt.
Holz als Schlüssel zu «Netto Null»
Anschliessend zeigte Roger Walther von EBP Schweiz AG auf, welchen Beitrag der Holzbau zu den Klimazielen leisten kann. Da 33 Prozent des Schweizer Klima-Fussabdrucks aus der Baubranche stammen, sei nicht zuletzt die Wahl der Materialien entscheidend.
Walther unterstrich:
• Holz speichert CO₂ – rund 1 Tonne pro m³.
• Regionales Holz stärkt die lokale Wertschöpfung und sichert Arbeitsplätze.
• Die Importabhängigkeit sinkt spürbar.
• Moderner Holzbau ist wirtschaftlich wettbewerbsfähig.
Seine Ausführungen führten zu angeregten Diskussionen im Plenum – etwa zur Frage, wie öffentliche Bauten ihre Vorbildrolle noch stärker wahrnehmen können oder welche Weiterbildungen es braucht, damit Planende und Bauherren das Potenzial des Holzbaus noch konsequenter nutzen.
Beeindruckender Neubau mit starker Logistik
Im Anschluss führte Michael Herzog, Teilinhaber und Verwaltungsrat, durch den neuen Firmensitz der Herzog-Elmiger AG. Der Holzbau verbindet Tradition und Zukunft des 120-jährigen Familienunternehmens. Besonders beeindruckte die Gäste die effiziente Logistik, die täglich enorme Warenmengen bewegt.
Auch die hellen und modernen Büroräume im Obergeschoss konnten besichtigt werden und vermittelten einen Einblick in die familiäre Firmenkultur. Dazu gehören grosszügige Mitarbeitendenbereiche wie Aufenthaltsraum, Terrasse, Aktivraum sowie ein Ruheraum aus heimischem Arvenholz.
Der Neubau – für dessen Errichtung knapp 1'800 m³ Schweizer Holz verwendet wurden – zeigt exemplarisch, welches Potenzial die moderne Holzbauweise bietet: funktional, ökologisch und wirtschaftlich.
Austausch und Vernetzung zum Abschluss
Beim Apéro bot sich Raum für vertiefende Gespräche zwischen der Politik und den Vertretern der Branche. Das Fazit: Die Treffen der Holz-Politik-Gruppe sind zu einer etablierten Plattform geworden, die Verständnis schafft, Perspektiven verbindet und konkrete Lösungsansätze für eine nachhaltige Bau- und Klimapolitik fördert.
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